Am Anfang war da ein Wort.
Nicht laut. Nicht besonders.
Kein großes Versprechen.
Klein und unscheinbar lag es da,
irgendwo zwischen Gedanken und Nacht.
Ein Wort, das jeder benutzt
und kaum jemand beachtet.
Und doch reicht manchmal genau das,
um etwas in Bewegung zu bringen.
Eis zu brechen.
Klarheit zu schaffen.
Etwas zu sagen, das vorher keinen Platz hatte.
Über mich
Ich schreibe, weil Worte und innere Bilder in einer sehr dunklen Zeit der einzige sichere Ort waren.
Dort konnte ich Dinge anders enden lassen.
Menschen sagen lassen, was im echten Leben niemand sagte.
Welten bauen, in denen andere Regeln galten.
Irgendwann waren Worte nicht mehr nur ein Ort, an den ich mich zurückziehen konnte.
Sie wurden Werkzeug, Spielraum und eine Möglichkeit, Dingen eine Form zu geben, die vorher keine hatten.
Einer meiner liebsten Spielplätze ist meine Kinderbuchreihe „Mirella“. Der erste Band „Mirella und der flüsternde Stein“ spielt genau mit der Frage, welche Rolle es spielt, was wir wirklich meinen, und was Worte eigentlich bewirken können.
Als Erzieherin inspiriert mich dabei besonders, wie kleine Menschen auf die Welt schauen und welche Dinge sie darin entdecken, an denen wir Großen längst vorbeilaufen.
Genau dieser Perspektivwechsel fasziniert mich an Sprache: Ein und derselbe Satz kann etwas völlig anderes auslösen, je nachdem, wer ihn liest und wie er gesagt wird.
Deshalb interessiert mich nicht besonders, wie etwas „klingen sollte“.
Mich interessiert, was es berührt.
Ob ein Text plötzlich das sagt, was eigentlich gemeint war.
Ob eine Figur endlich lebendig wird.
Ob aus einem Gedanken, einem Gefühl oder einem heillosen Durcheinander etwas wird, das man greifen kann.
Deshalb schreibe ich.
Und deshalb arbeite ich auch so gern mit den Texten anderer.


